Margot S. Baumann: Heut war mir so

Qindie-Buch des Monats Juli 2014

84 der schönsten Gedichte von Margot S. Baumann aus den Jahren 2005 bis 2010 zusammengestellt von der Autorin.
Ob locker oder schelmisch, tief bewegt oder philosophisch, reflektieren die Texte Neues, Altes und Bestehendes aus unserem Leben. Selbst Gestalten und Situationen aus der Geschichte finden ihren Platz. Die meist klassische Lyrik findet Gefallen in den Wortbildern und pointiert beobachteten Begebenheiten. Eine erfrischende Sammlung bringt die Leserin und den Leser zuweilen zum Schmunzeln, viel häufiger aber zum Nachdenken.

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Margot S. Baumann über Lyrik (und Tiere):
„Du schreibst Gedichte? Echt? Und auch noch solche, die sich reimen? Die liest doch heutzutage kein [Name eines Borstentiers] mehr!“
So oder ähnlich klingt es oft, wenn ich öffentlich zugebe, klassische Gedichte zu schreiben. Mit Metrum, Jambus, Trochäus und alternierenden Silben. Für die meisten sind diese Begriffe böhmische Dörfer. Oder sie erinnern sich mit Schrecken an den Deutschunterricht, ihn dem sie Schillers ‚Das Lied von der Glocke’ auswendig lernen mussten. Und die hat immerhin 31 Strophen.
Nun ja, ich kann die Argumente gegen klassische Gedichte gut verstehen. Sie wirken in der heutigen Zeit von Kurzmitteilungen und Twitter etwas angestaubt. Wer macht sich denn auch noch die Mühe, einen interessanten und passenden Reim zu suchen? Herz/Schmerz … wunderbar, nehme ich! Oder wer schreibt ausserhalb der Pubertät, in der man mit Herzblut und tränenden Augen die Seiten seines Tagebuchs mit Tod, Verzweiflung und Weltschmerz gefüllt hat, denn noch Verse? Kein [Name eines Borstentieres]!
Und doch ist es ein ausserordentliches Glücksgefühl, wenn ich es schaffe, eine ganze Geschichte in drei Strophen à vier Zeilen zu pressen, bis nur noch die Essenz der Aussage übrig bleibt. Oder wenn ich genau den Reim finde, der originell und passend, vielleicht sogar etwas verwegen, ist. Wenn jemand mir zurückschreibt, dass ich mit einem Gedicht genau seine jetzige Situation getroffen habe und er es nicht besser hätte ausdrücken können. Oder wenn mir jemand sagt, dass meine Zeilen ihm beim Lesen ein bestimmtes Bild im Kopf entstehen liessen, aus der Vergangenheit, einer Situation seines Lebens oder eine vergessene Emotion heraufbeschwören.
Das sind wunderbare Rückmeldungen. Gerade in einer Zeit, die keine Zeit mehr hat. Oder wie Marilyn Monroe schon meinte: „Ich lese Lyrik. Das spart Zeit.“
Aber vielleicht interessiert das … ihr wisst schon.

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