Elsa Rieger: LiebesWellen

Elsa Rieger, LiebesWellen. Roman.
Klappentext: Triest im Mai. Der Amerikaner Dennis trifft die Italienerin Undine. Zunächst fasziniert von ihrer unwirklichen Schönheit, dann berührt von dem Schmerz, den er ahnt, entwickelt sich Liebe. Sie ist eine Nixe, sagt sie. Sie zerschneidet sich die Brüste, singt in einer fremdartigen Sprache, leidet unter ‚Halluzinationen’, unverständlich für sie selbst, für ihn. Dennis, bisher ohne Lebenssinn, ist besessen von der Aufgabe, ihr beizustehen und wühlt in ihrer Vergangenheit. Undine beginnt ihm zuliebe in Hypnosesitzungen nach und nach die fehlenden Puzzleteile hervorzuholen. Alles fügt sich zusammen. Sie spaltete ihre Persönlichkeit als Überlebensstrategie auf. Nun ist sie erwacht. Stellt sich dem Leben. Kann die traumatische Erfahrung geheilt werden? Ist die Liebe stärker als der Schmerz? Lesen Sie selbst.

Stimmen:
Die Entwicklung zweier Menschen, die Geschichte ihrer Beziehung – das ist mein Thema!
In diesem Buch verknüpft mit der spannenden Rekonstruktion eines verschütteten Traumas und der Frage: Kann die Liebe dieses Trauma heilen?

‚LiebesWellen’ ist eine ganz besondere Geschichte in schöner, ausdrucksstarker Sprache. Voller melancholisch erzählter Szenen, die ganz viel Gefühl erwecken. Durch die Ich-Präsens-POV in Verbindung mit stetigem Perspektivwechsel zwischen den beiden Protagonisten kann der Leser hautnah dabei sein – aber zuweilen auch im Unklaren gehalten werden.

Das i-Tüpfelchen war für mich die zusätzliche symbolische Ebene – die der Wassermythologie und der Frage, ob Undine in Wahrheit eine Nixe sei – die sich am Ende zusammen mit der realen Prämisse erfüllt.

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Der junge Dennis bewegt sich zwischen zum Teil erzwungener Selbstfindung über die Lustangst bis hin zur Verantwortung für einen anderen Menschen. Ein teilweise verwirrender jedoch bildlich und emotional gut nachvollziehbarer Weg, welchen Elsa Rieger sehr lebendig zu beschreiben mag. In zielsicherer, jedoch nicht ausufernder Weise entblättern sich verschiedene Begegnungen, in denen man von außen zusieht, wie unterschiedlich Wahrnehmung und Interpretation ein und derselben Situation oder Person nebeneinander stehen können. Doch welche ist die Wahrheit, so es die überhaupt gibt?

Nachdem Dennis Undine, einer blonden ‚Nixe‘, begegnet, welche scheinbar mit allen Tricks des Bezirzens und sich Zurückziehens gewappnet ist, verändert sich seine Lebenssicht allzu bald. Er wankt bezaubert und verwirrt, wütend und oft ohnmächtig hilflos, auch teilweise überfordert und an seine Grenzen geführt in der Berg- und Talfahrt dieser unfassbaren Beziehung. Zwischen Nähe und Distanz – ein Abgrund…

Nur, was sich anfänglich so harmlos und wie ein klassisches Liebesgeplänkel anfühlt, entpuppt sich als ein äußerst ernsthaftes Thema, welches Elsa Rieger mit einer direkten und sorgfältigen Sprache aufbaut, ohne sogleich in eine unglaubhafte oder missbräuchliche Dramatik einzusteigen. Rätselhaftes Verhalten wird verständlicher und löst eine betroffene Neugier aus, dem roten Faden der langsam intensiv werdenden Geschichte gebannt zu folgen. Sie führt uns bis an die eigene Schmerzgrenze.

Die subtile und klare Sprache hilft einem, das vermeintlich unverständliche Verhalten von Undine langsam, langsam zu verstehen. Ebenso das Selbstschädigende, das sich zeigt und auffordert, hinter die vordergründige Wirklichkeit zu schauen, welche so oft nichts als Selbstschutz nach grosser und tiefer Verletzung sein kann.
Ein Buch, welches sich unbedingt zu lesen lohnt. Sich darauf einzulassen, kann Augen und Herzen öffnen, welche sich bis anhin mit dem oberflächlichen Anschein zufrieden gaben!

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Leseprobe

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