Astrid Rußmann: Klios Archive

„Klios Archive“? Da fragt sich mancher: Verdammt, wer ist Klio? Ganz einfach: Klio ist die Muse der Geschichtsschreibung. Zu ihren ikonographischen Attributen gehören Schreibtafel und Griffel. Mit dieser Kurzgeschichtensammlung, die 14 fiktive Miniaturen über historische Ereignisse umfaßt, schlüpft die Autorin gewissermaßen in Klios Rolle. Wie es sonst nur die Tochter Apollons vermag, schaut sie den Akteuren der Weltgeschichte „über die Schulter“, woraus sich Perspektiven ergeben, die sich in keinem Geschichtsbuch finden. Denn wer weiß schon, wie hart der Beruf des Minnesängers wirklich war, wie’s Europas erstem Raucher erging und auf welch seltsame Art und Weise Claudius römischer Kaiser wurde? Woher kommt eigentlich das Weihnachtsfest, und was machen syrische Mönche auf der Seidenstraße? Die Autorin erzählt uns davon. Sie reist mit uns in den alten Orient und ins Frankreich der Revolution. Sie stellt uns Könige, Seefahrer und Inquisitoren vor, und wir begegnen so illustren Personen wie Paulus, Heinrich Heine und Walther von der Vogelweide. Dennoch sind „Klios Archive“ kein Geschichtsbuch, sondern Belletristik. In jeder Geschichte mischen sich in unterschiedlich großen Anteilen historische Tatsachen mit dichterischer Freiheit. Trotzdem fühlt die Autorin sich der Wahrhaftigkeit verpflichtet. Sie stellt nicht den Anspruch, daß alles so gewesen ist wie dargestellt, aber unbedingt den, daß es so gewesen sein könnte. Außerdem setzt sie um der Lesbarkeit willen und weil es dem Sujet angemessen ist, auf die klassische Rechtschreibung. „Klios Archive“, erhältlich als E-Buch bei Amazon und gedruckt überall im Buchhandel, soll der Auftakt zu einer Reihe mit Historischen Kurzgeschichten sein. Es erwartet uns also bald mehr.

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