SEO für eBooks – Schon mal darüber nachgedacht?

von Katharina GerlachKolumne_allg_02

Ich wette nicht (SEO = Search Engine Optimization).

Die Optimierung der Schlagworte für Suchmaschinen habe ich bisher nur mit Webseiten in Verbindung gebracht. Für Bücher schien mir das Thema SEO recht unsinnig. Aber vor Kurzem wurde ich eines besseren belehrt. Durch einen interessanten Kurs fiel es mir wie Schuppen aus den Haa… ähm, von den Augen. Im Prinzip sind Amazon, Weltbild, B&N, und all die anderen online Buchhändler nichts anderes als Suchmaschinen! Und alle Plattformen, bei denen man seine eBooks hochladen kann, bieten ein Feld für Schlüsselwörter an.

Bei Amazon zum Beispiel darf man sieben Phrasen eingeben. Ja, richtig gehört. Es geht nicht um einzelne Wörter, sondern um längere Suchbegriffe. Die Tolino-Plattform z.B. zerlegt Phrasen in einzelne Wörter, was die Sichtbarkeit erschwert, aber dafür erlauben die auch viel mehr Wörter.

Das Problem bei einer Optimierung der Suchbegriffe ist, geeignete Wörter und Phrasen zu finden, die nicht nur wenig Konkurrenz haben, sondern auch profitabel sind und oft nachgefragt werden. Das ist nicht ganz einfach. Ein Hinweis sind die Suchbegriffe, die vorgeschlagen werden, wenn man bei den online Buchhändlern anfängt, in die Suchmaske zu tippen. Die Ergebnisse eines jeden Stichworts müssen dann ausgewertet werden, was einzig und allein bei Amazon möglich ist (ausschließlich im Kindle-Shop suchen, die anderen Shop-Bereiche interessieren nicht und verfälschen das Ergebnis). Daher benutze ich auf allen Plattformen die Suchbegriffe, die ich bei Amazon ermittle.

Als erstes sollte man sich ansehen, wie viele Suchergebnisse überhaupt erzielt wurden. Je weniger Ergebnisse, desto besser. Sind es über 1000 ist die Konkurrenz viel zu hoch. Allerdings ist ein Suchbegriff mit nur 5 Ergebnissen nicht unbedingt gut. Um den Wert des Ergebnisses zu bestimmen, untersucht man die Verkaufsränge der gefundenen Bücher. Sind alle Verkaufsränge der angezeigten Bücher höher als 5000, wird der Begriff wenig nachgefragt (wenig Verkäufe = schlechter Rang). Liegen die Ränge der ersten 20 eBooks alle in den Top 100 gibt es zwar eine hohe Nachfrage, aber die Wahrscheinlichkeit im Falle einer Suche auf der ersten oder zweiten Ergebnisseite zu landen ist gering. Zu guter Letzt sollte man auch auf die Preise achten. Wenn alle gefundenen Bücher mit passablem Verkaufsrang trotz hoher Seitenzahl für wenig Geld angeboten werden, sind die Käufer offensichtlich nicht bereit viel Geld auszugeben (das ist bei einigen Romance Kategorien der Fall). Für die passenden Werte muss man als Autorin ein wenig Bauchgefühl entwickeln, aber es macht durchaus Spaß. Lasst euch nur nicht verleiten, zu viele andere Bücher zu kaufen. 😀

Hier ein kurzes Beispiel:

Für meinen neu erschienenen Roman „Regen für Juma“ habe ich zuerst das Schlagwort „Steinzeit Afrika“ ausprobiert. Es gab erfreulich wenig Treffer. Eine Untersuchung der Bestseller-Ränge ergab allerdings, dass keines der angebotenen Bücher als eBook einen Verkaufsrang hatte. Das sagte mir eindeutig, dass niemand an diesem Suchbegriff Interesse hat. Eine Suche nach dem Begriff „Götter Fantasy“ ergab zwar mehr Treffen (444), aber die ersten 20 Titel (Amazon zeigt ca. 20 Titel auf jeder Seite mit Suchergebnissen) hatten vernünftige Verkaufspreise und lagen mit ihren Verkaufsrängen zwischen 700 und 80 000. Das sind durchaus Zahlen, die mit wenigen Verkäufen erreicht werden können. Dazu kommt, dass einige der Bücher in dasselbe Genre fallen wie meines (YA Fantasy), so dass dies für mich ein guter Suchbegriff ist.

Ein paar zusätzliche Tipps:

Ein Ami namens Nick Stephenson bietet ein kostenloses Videotraining (leider nur auf Englisch) zu diesem Thema an, das genauer erklärt, wie man gute Schlüsselwörter findet. Man muss dafür allerdings seine eMail-Adresse hinterlassen, und er schickt einem von Zeit zu Zeit Werbung bezüglich seines bezahlten Kurses. Da mir die Info seines kostenlosen Angebots bereits geholfen hat, probiere ich im Augenblick den bezahlten Kurs aus. Wer Interesse hat, kann mich Ende des Jahres fragen, ob es sich lohnt.

Ein Tool, das mir die Suche nach passenden Begriffen sehr erleichtert (gibt es leider nur auf Englisch), ist KindleSpy. Es ist relativ günstig und hat ein System, das einem auf einen Blick mit Ampelfarben anzeigt, wie populär ein Suchbegriff ist, wie gut man Bücher verkaufen kann (Potential) und wie viel Konkurrenz es gibt. Es funktioniert allerdings nur für die Amazon-Plattformen (auch amazon.de).

Wichtige Schlussbemerkung:

Bei aller SEO ist es notwendig, dass die Schlagworte auch zum Buch passen. Anderenfalls erhält man die Quittung entweder von den LeserInnen (die aus Enttäuschung keine weiteren Bücher des Autors kaufen) oder von Amazon (wenn sie die Schlagworte sperren).

Und jetzt viel Spaß bei der Suche nach passenden Schlagwörtern. 😀