Ordnung ist das halbe Leben … oder so

Von Birgit Kluger

Manchmal wünschte ich die NSA würde meinen Computer organisieren. Vorzugsweise so, dass ich wichtige Dokumente nach ein, zwei Mausklicks und nicht nach stundenlangen Suchaktionen finde. Als Autor ist es ein definitives Plus, wenn man kreativ ist. Muss man aber die letzte korrigierte Version eines Manuskriptes finden, ist es ein Desaster.

Kolumne_allg_02Die Dateien zu meinem neuen Chick-Lit Krimi „Küss niemals deinen Ex“ sind nicht etwa unter dem Titel zu finden. Man spürt sie auch nicht unter dem Namen des Serials auf, unter dem der Roman als Serie erschein.

Nein, sie sind in dem Ordner „Hexeneinmaleins“ gespeichert. Das war der Name, den ich den ersten Seiten des Manuskripts vor zehn Jahren gab. Gut, daran werde ich mich in einem Jahr vielleicht erinnern. Wirklich spannend wird es erst, wenn ich bei Amazon eine neue Version hochladen will. Dafür muss ich die letzte Version natürlich ändern. Nur, wo ist die gespeichert? Vor einiger Zeit –die Probleme haben sich seit damals nicht geändert- ging ich dazu über die letzte, neueste Version mit dem Namen „letzte_Version“ zu versehen. Das Update hieß dann „allerletzte_Version“, das nächste „allerallerletzte_Version“. Irgendwann wurde es dann unübersichtlich.

Wirklich skurril aber ist es, wenn ich allen Ernstes überlege mir mein eigenes Buch bei Amazon zu kaufen, irgendwie den Kopierschutz zu umgehen um das Ganze dann in eine Word-Datei zu konvertieren, die ich bearbeiten kann.

Heute bin ich besser organisiert. Jetzt findet sich die letzte, korrigierte und zur Veröffentlichung freigegebene Version von „Küss niemals deinen Ex“ in dem Ordner „Tietgen“. Warum? Florian Tietgen ist mein Korrektor, da ist es nur logisch, dass die Datei in diesem Ordner zu finden ist. Nicht wahr? Ok, in einem Jahr weiß ich das wahrscheinlich nicht mehr, aber im Moment funktionert es … noch.

Trotzdem. Falls die Überschrift zu dieser Kolumne stimmt und Ordnung das halbe Leben ist, bin ich im Vorteil. Die Suche nach Dateien, die ich vor wenigen Wochen in wirklich logischen und nachvollziehbaren Dateiordnern versteckt habe, nimmt nicht mehr als ein Drittel meines Lebens in Anspruch. Ich bin also im Plus … oder so.

Birgit Kluger

 

One Reply to “Ordnung ist das halbe Leben … oder so”

  1. InEs

    Man lernt dazu und bekommt mit der Zeit den richtigen Dreh für sich selbst heraus, um sofort und im richtigen Ordner fündig zu werden. Meine Finale-Dateien bekommen das jeweilige Änderungsdatum verpasst und PDFs werden sofort gelöscht; wenn ich weiß, dass sie nicht mehr benötigt werden. Für jedes Projekt gibt es einen Ordner. Bestimmt gibt es für das Ordnungssystem noch weitere oder vielleicht sogar bessere Varianten.

    InEs